Posted by beattoeat | Posted in Japan | Posted on 28-03-2011
Laut neustem Berichten soll nun doch eine Kernschmelze in dem Atomkraftwerk Fukushima-1 eingetreten sein. Was genau eine Kernschmelze ist, versuchen wir euch jetzt in wenigen leicht verständlichen Worten erklären.
Bei einer Kernschmelze überhitzen sich die Brennstäbe des AKWs so sehr, dass diese sich verflüssigen und in eine radioaktive, unkontrollierbare Schmelze verwandeln. Dabei entstehen bis zu 200°C heiße Gemische aus Metall und Spaltmaterial, die sich durch die Schutzhülle des Reaktorkerns fressen und somit in die Umwelt gelangen. Besonders gefährliche Explosionen sind dabei nicht auszuschließen.
Die Ursache und Grundvoraussetzung einer Kernschmelze ist immer ein Ausfall der Kühlung des Reaktor – meistens die Kühlzellen.
Falls also eine Kernschmelze eingetreten ist, wird der letzte Sicherheitsmechanismus versuchen, die flüssige Masse aufzufangen – ein dickes Betonfundament unterhalb des Reaktors.
Die Organisation Greenpeace hat heute die Stufe 7 – schlimmstmöglicher Unfall – für Japan gefordet.
Vor wenigen Stunden hat die japanische Behörde kundgegeben, dass inzwischen Schäden an den Druckbehälter von Reaktor 3 nicht mehr ausgeschlossen werden können. Die hierin befindlichen Brennstäbe enthalten das stark gefährliche Plutonium. In der weiteren Umgebung wurden mittlerweile stark erhöhte radioaktive Strahlung gemessen. Folge ist nun, dass die Evakuierungszone auf 30km ausgeweitet wurde. 250km von dem Kraftwerk entfernt befindet sich Tokyo.
Die japanische Behörde hingegen ordnet den Vorfall selbst noch auf Stufe 5 – ernster Unfall - ein.
Stufe 7 wurde das letzte mal 1986 ausgerufen – bei der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl.
Ob man diesen wagen Vergleich schon durchziehen kann ist also fraglich. Ausgeschlossen ist die Einstufung eines schlimmstmöglichen Unfalles nicht.
Gemessen werden die Stufen nach der Menge freigesetzten radioaktiven Materials.
Vor fast 2 Wochen mittlerweile hat sich die laut Experten größte Naturkatastrophe der Welt abgespielt. Erst ereignete sich ein starkes Erdbeben, mit einer Stärke von 6,0 gefolgt von einem Nachbeben von der Stärke 5,8. Doch darauf folgte auch noch ein Tsunami, der ganze Städteteile zerstört hat. Bislang belaufen sich die Schätzungen auf ganze 220 Milliarden Euro. Noch nicht inbegriffen sind die Auswirkung auf die Umwelt und Menschen, die durch radioaktive Strahlungen der stark beschädigten Atomkraftwerke noch zu schaden kommen könnten.
Hoffnungen auf baldiges Ende der Atomkrise schwinden
Nachdem nun vergebens versucht wurde, die Reaktoren, aus denen immer noch Rauch und Dämpfe aufsteigen, mit externen Mitteln abzukühlen, arbeiten die Japaner ununterbrochen an einer Lösung , um die Ausdehnung der radioaktiven Strahlen eindämmen zu können. Der Betreiber des Kraftwerkes Tepco versucht nun eine Milliardenschwere Notfinanzierung mit Japans führenden Banken auf die Beine zu stellen.